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Konzertkritik von Extra Music MAGAZIN – Weekend-Tour – Rom, 23. März 2015

 

Extra music MAGAZIN

Alice live @ Auditorium Parco della Musica, Sala Petrassi – Rom, 23. März 2015

von Giancarlo De Chirico, 26. März 2015

Live-Debüt einer Tour – in einem randvollen Petrassi-Saal – das die Rückkehr von Carla Bissi, mit Künstlernamen Alice, eine der bedeutendsten und wichtigsten Interpretinnen italienischen Liedguts seit Anfang der Achtziger Jahre. Ende letzten Jahres wurde „Weekend“ veröffentlicht, endlich ein Album das ihrem Ruf gerecht wird, realisiert an vielen Wochenenden, gemeinsam mit Franco Battiato, ihrem Mentor, Luca Carboni und dem Jazz-Trompeter Paolo Fresu. Jetzt, nach der Generalprobe in Form eines Konzertes im Teatro Mascherini in Azzano Decimo, ist ihre Band startklar für die Tour.

Mit Alice auf der Bühne (die sich sofort ans Digital Piano setzt, gänzlich in weiß gekleidet, was das Licht, das ihre Figur ausstrahlt nur noch verstärkt) sind Antonello D’Urso an der Akustik-Gitarre und dem Computer, Osvaldo di Dio – E-Gitarre und Keyboards und Floriano Boccino – Keyboards. Alice versteckt Ihre Aufregung nicht, aber sie ist sichtlich glücklich wieder vor Publikum zu singen. Die Faszination die von ihr ausgeht ist noch immer voll da, und wenn sie zu singen beginnt, bringt sie noch immer „das Blut in Wallung“. Die Songs, die das aktuelle Repertoire bilden, singt sie alle, oder beinahe: von La realtà non esiste, wunderschöne Interpretation eines alten Stücks von Claudio Rocchi vom Album Volo Magico n°1 von 1971, bis zu dem kleinen Juwel Tante belle cose (die neue Single) eine Text-Adaption ins Italienische von Franco Battiato des Liedes Tant de belles choses von Francoise Hardy aus 2004, wiederentdeckt von Francesco Messina. Sehr schön auch Da lontano, Veleni, Un po’ d’aria, Aspettando mezzanotte und die neue Version von Viali di solitudine, ein Stück aus dem Album Park Hotel von 1986, das europäischste Album von Alice, entscheidend für ihre künstlerische Laufbahn.

Zitate aus der Vergangenheit fehlen aber ebenso wenig – Klassiker wie „Prosepettiva Newski“, wärmstens aufgenommen von einem zunehmend begeisterten Publikum. Alice’s Gesang, stark und stolz, erstaunt einen immer wieder und charakterisiert die Harmonien der Balladen, die ansonsten melancholisch aber immer voller Bedeutung sind. Mit La canzone più bella folgt nun ein dem neapolitanischen Liedgut gewidmetes Intermezzo, ein Gedicht geschrieben von Antonio de Curtis (Totò), welches später von Giuni Russo vertont, und nur wenige Monate vor ihrem Tod vor Publikum vorgetragen wurde. Alice überrascht abermals alle mit einer anmutigen Version eines alten friulanischen Lieds mit dem Titel Anin a gris aus dem Album Il sole nella pioggia von 1989. Fehlen durfte natürlich auch nicht Per Elisa der Song, mit dem sie 1981 das Festival von Sanremo gewann, vorgetragen mit dem außergewöhnlichen Kampfgeist einer jungen Frau deren Stolz verletzt wurde und mit einer epischen Wut, die sie schon immer ausgezeichnet hat.

Zum Schluss wird Alice noch zweimal auf die Bühne gerufen, und sie schenkt uns I treni di Tozeur, die „Reprise“ von Tante belle cose, Chanson Egocentrique und Notte a Roma.

Zusammenfassend ein Konzert, das einer Künstlerin, die in jüngster Zeit – ohne jeden Grund – von den Medien viel zu wenig gewürdigt wurde, den ihr gebührenden Platz und die entsprechende Wertschätzung zurückgegeben hat.

(Übersetzung – wie immer – nach besten Wissen und Gewissen)

Zum nachlesen im Original: http://www.xtm.it/DettaglioMonografie.aspx?ID=16387#sthash.0vNTCm1G.5anBHYoB.dpbs

Ebenfalls wie immer: vielen Dank an Alice e dintorni für den Hinweis!

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